zum Inhalt
zur Funktionsnavigation
zur Hauptnavigation
Informationen zum neuen NAJU-Design
Bedienhilfen
» NAJU » Biodiversität » Brillenschlange
Allgemein
Brillenschlange – dieses Wort kennt jeder. Dieses Mal beschäftigen wir uns jedoch nicht mit der im Alltag häufig gebrauchten diffamierenden Bedeutung dieses Begriffes, sondern beschäftigen uns mit dem was tatsächlich dieses Wort beschreibt. Die Brillenschlange oder auch Südostasiatische Kobra heisst mit wissenschaftlichen Namen Naja-Naja und zählt zu den gefährdeten Arten der Gattung der Echten Kobras. Obwohl sie unter Artenschutz steht, wird sie in Asien gejagt und getötet.Das Wort Naja, welches sich aus dem Sanskrit Naga ableitet, was soviel heisst wie „weise“ gibt Hinweis darauf, dass dieses Tier einen hohen Stellenwert in der asiatischen Mythologie besitzt. Die Brillenschlange erkennt man an dem spreizbaren Nackenschild der in der Drohhaltung ausgebreitet wird. Das auf diesem Schild zu sehende Muster, welches an eine Brille erinnert, gibt diesem 1,2–1,7 Meter langen Tier seinen Namen. Das Verbreitungsgebiet dieser Kobra ist noch nicht gänzlich bestimmt, allerdings lässt sich sagen, dass es von Sri Lanka bis Bangladesh und von Westpakistan bis Indien reicht. So wie alle Arten der Echten Kobras sind auch die Brillenschlangen bodenlebend und machen sich so die Bauten von Nagetieren, hohle Baumstämme und weitere Unterschlupfmöglichkeiten zu nutze, um sich in ihnen zu verstecken.
Das Beuteschema wandelt sich im Laufe der Zeit. Wo sich die noch jungen Exemplare überwiegend von Insekten, kleinen Schlangen und Fröschen ernähren, kommen mit zunehmenden Alter Vögel, Ratten und sogar Warane als Beute in Frage.
Brillenschlangen sind sowohl tag-als auch nachtaktiv, wenn die wechselwarmen Tiere ihre Körpertemperatur durch ein Sonnenbad in der Mittagshitze ausreichend reguliert haben, ziehen sie sich in schattige Plätze zurück.
.
Gefährdung
Die Brillenschlangen sind wahre Meister in Sachen Umweltanpassung und sind sowohl im dichten Dschungel als auch in Lebensräumen nahe menschlicher Zivilisation anzutreffen.Aufgrund der Bevorzugung feuchter Gebiete und des hohen Nahrungsangebotes sind sie häufig auch in Nähe von Reisfeldern vorhanden, wo sie nach Ratten und anderen Kleinsäugern jagen. Brillenschlangen gelten als wenig aggressiv und eher friedlich. Wenn sie sich jedoch bedroht fühlen, beispielsweise durch Feldarbeiter, kann es passieren, dass die Schlange zum Angriff wechselt. Vorkommnisse solcher Art führen dazu, dass diese Tiere gejagt werden. Weitaus bedenklicher ist allerdings der kommerzielle Nutzen der aus den Tieren gezogen wird. Die südostasiatische Kobra ist ein begehrtes Objekt von Wilderern. Die Galle soll laut Volksmund – gemischt in Sake – potenzfördernd wirken. Diese und ähnliche Wirkungen entbehren selbstverständlich jeder wissenschaftlich fundierter Grundlage. Besonders begehrt allerdings sind die Häute der Tiere, aus denen Leder produziert wird.
Die Schlange als Touristenattraktion wird von den Touristen selbst leider weniger als Problem angesehen. Wir alle kennen, zumindest von Filmen, den Mann der mit seiner Flöte die Schlange zum Tanzen bringt. Dies ist nichts weiter als eine als Tanz getarnte psychische Qual der Schlange. Diese streckt ihren Hals und begibt sich in ihre bekannte Drohhaltung, zudem werden durch Tricks allerdings weitere Reize angesprochen wie der Paarungs- und Jagdreiz. Die Schlange ist mit dieser Situation so überfordert, dass sie nicht zubeißt. Wird dieses „Spiel“ zu lange fortgesetzt kann dies dazu führen, dass die Schlange zusammenbricht.
Wir wollen dem NABU zum Jubiläumsjahr 111 Allenbäume schenken und brauchen dafür deine Unterstützung!
Finde, was du suchst im NAJU-Shop! Es ist Vieles zu haben: Von Heften über Infomaterialien bis zu Rudi-Rotbein-Schlüsselanhängern.